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Wellpappe-Industrie unter Kostendruck

Das Forum Wellpappe Austria blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück. Volatile Rohstoffpreise, hohe Energiekosten und eine gedämpfte Konsumlaune haben das Marktumfeld spürbar belastet.

„Die Lage bleibt angespannt“, sagt Stephan Kaar vom Forum Wellpappe Austria beim jährlichen Bilanzpressegespräch im APA-Pressezentrum. Das Produktionsvolumen sank um 1,6 Prozent auf 709 Millionen Quadratmeter, während der Branchenumsatz leicht um 0,7 Prozent auf 509 Millionen Euro stieg. Die stabile Nachfrage nach Wellpappe-Verpackungen sei erfreulich, „die Kosten gingen aber weiter deutlich nach oben“, so Kaar. Zusätzliche Belastungen seien geopolitische Spannungen, Energiepreise und Logistikkosten, die die kommenden Monate schwer kalkulierbar machen.

Systemrelevant für stabile Lieferketten

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Mit nachhaltigen Verpackungslösungen leistet die Wellpappe-Industrie einen unverzichtbaren Beitrag zu sicheren Lieferketten für Industrie, Handel und Bevölkerung. Wichtigste Abnehmer sind Lebensmittel- und Getränkehersteller mit rund 46  Prozent, gefolgt von langlebigen Gütern wie Maschinen, Möbeln, Elektronikteilen und Automotive (20 Prozent) sowie E-Commerce-Verpackungen (rund  9  Prozent). 42 Prozent der in Österreich produzierten Wellpappe geht in den Export.

Für 2026 erwartet die Branche weiteren Druck. „Wir sehen eine Preisrallye bei Energie, Rohstoffen und Logistik, getrieben durch internationale Krisen“, so Kaar. Zugleich wachse der bürokratische Aufwand durch neue EU- und nationale Vorgaben deutlich. Die Versorgung sei dank regionaler und europäischer Lieferketten sowie hoher Recyclingquoten bei Altpapier gesichert.

PPWR als Chance
In der neuen EU-Verpackungsverordnung PPWR sieht die Branche zugleich eine Chance: „Wenn sie sachgerecht umgesetzt werde, könne sie nachhaltige Wellpappe-Lösungen stärken“, sagt Stephan Kaar. Wellpappe erfüllt bereits heute zentrale EU-Ziele: Sie besteht im Schnitt zu 88 Prozent aus Recyclingpapier, wird in Österreich zu mehr als 90 Prozent recycelt, und die Fasern können bis zu 25-mal wiederverwendet werden.

Belastung bei Personalkosten

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Auch die Personalkosten setzen die Betriebe der Wellpappe-Industrie unter Druck. „Die Wellpappe-Branche ist und bleibt ein attraktiver Arbeitgeber“, betont Horst Santner vom Forum Wellpappe Austria, „aber die anhaltend hohen Personalkosten belasten die Unternehmen massiv“. Allein in den vergangenen fünf Jahren sind die Gehälter um 27 Prozent gestiegen, „das lasse sich durch Produktivitätssteigerungen kaum ausgleichen“, so Santner .

Nachhaltigkeit als Chance

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Marcus Ihlenfeld, Co-Founder von woom, betonte im Pressegespräch den Stellenwert funktionaler und nachhaltiger Verpackungslösungen aus Sicht eines Industriekunden. „Als Kinderfahrradhersteller tragen wir Nachhaltigkeit in unserer DNA“, sagte Ihlenfeld. „Unser Produkt soll Freude am Radfahren und klimafreundliche Mobilität fördern. Gleichzeitig wollen wir langlebige Produkte unter fairen Bedingungen herstellen und unseren Kindern eine lebenswerte Welt hinterlassen.“

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Das Forum Wellpappe Austria vereint sieben Unternehmen mit rund 1.600 Beschäftigten und bildet jährlich rund 70 Lehrlinge aus. Damit ist die Branche nicht nur industriell relevant, sondern auch ein wichtiger Ausbildungs- und Arbeitgeberfaktor in Österreich.

Fotos © com_unit/Tanzer

Alle Informationen unter: wellpappe.at

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